Über den Deutschen Finanzbuchpreis 2015

Am 25. März 2015 wurde zum fünften Mal der Deutsche Finanzbuchpreis verliehen. Der von der Citigroup Global Markets Deutschland AG (Citi) und der Börse Frankfurt Zertifikate AG gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen einer Presseveranstaltung in der Alten Börse in Frankfurt überreicht.

Der Preis zeichnet Bücher aus, die Privatanlegern einen praktischen Mehrwert bei allen Fragen rund um die Geldanlage, den Vermögensaufbau, die Wertpapierauswahl und die Zusammensetzung des eigenen Depots bieten. Der Deutsche Finanzbuchpreis will dabei jährlich die Lektüre prämieren, die auch unbedarften Anlegern praxisrelevantes Wissen auf verständliche und umsetzbare Weise vermittelt. Die Jury nimmt dabei ganz bewusst den Blickwinkel des durchschnittlichen Privatanlegers ein. Rein wissenschaftliche Abhandlungen sollen deshalb nicht berücksichtigt werden.

Die Jury des Deutschen Finanzbuchpreises setzt sich aus Experten unterschiedlicher Fachbereiche zusammen.

Die Gewinner des Deutschen Finanzbuchpreises 2015 stehen fest

Die große Geldschmelze

"Die große Geldschmelze"
von Hanno Beck und Aloys Prinz

Impressionen von der Preisverleihung

Die Preisträger des Deutschen Finanzbuch Preises 2015

Die Preisträger und Sponsoren des Deutschen Finanzbuch Preises 2015

Die Jury des Deutschen Finanzbuch Preises 2015

Interview mit Hanno Beck und Alois Prinz

Herr Beck und Herr Prinz, Sie wurden gerade für Ihr neues Buch, Die große Geldschmelze, mit dem Deutschen Finanzbuchpreis 2015 ausgezeichnet. Im Buch warnen Sie eindringlich vor der Angst als Ratgeber. Glauben Sie, dass die Verunsicherung der Anleger in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird und warum?

Zurzeit sehen wir keine Entwarnung für die Anleger. Im Gegenteil: wenn es Schule machen sollte, dass Personen für das Aufnehmen von Krediten von Banken Zinszahlungen erhalten – wie gerade in Dänemark geschehen -, dann zeigt das, wie sehr sich die jetzige Lage von normalen Zeiten unterscheidet. Normalität wird erst dann wieder einkehren, wenn die Zentralbanken die Flutung der Geld- und Finanzmärkte beenden. Man kann nur hoffen, dass die bis dahin anfallenden Kollateralschäden nicht zu groß werden. Bis zur Normalisierung der Geldpolitik der EZB wird es wohl noch etwas dauern.

 

Sie sprechen von einem Drei-Fronten-Krieg. Hier geht es um das Zusammenspiel von Politik, Notenbanken und dem Mechanismus, den Sie Staatsschuldenschrottrecycling nennen.  Dies hört sich sehr dramatisch an. Was müssen wir uns darunter vorstellen?

Der groß angelegte Aufkauf von entsprechenden Schuldtiteln durch die Notenbanken erfolgt durch eine Herausgabe von Zentralbankgeld. Diese Geldvermehrung steht den aufgekauften Schuldtiteln gegenüber. Sind diese Schuldtitel aber minderwertig, stehen der erhöhten Geldmenge keine Werte gegenüber – dann kann das in Inflation enden. Allerdings hat die Inflation in neuester Zeit ihr Gesicht geändert; sie tritt verstärkt in Form von Vermögenspreissteigerungen und nicht mehr so stark in Form von Güterpreissteigerungen auf. Das bedeutet, dass z.B. Aktien und Wohnungen teurer werden, weil die steigende Geldmenge auf einen unveränderten Bestand an Vermögenstiteln trifft. Letzten Endes macht man auf diesem Weg aus problematischen Schuldtiteln überbewertete Vermögensanlagen. Der finanzielle Dreisprung sieht also so aus: Die Notenbank tauscht Staatsschuldenschrott in Zentralbankgeld, und dieses Geld führt dann zu Blasen auf den Aktien- und Immobilien- und anderen Vermögensmärkten, d.h., Schulden werden auf diesem Weg recycelt.

 

Wenn Angst ein schlechter Ratgeber ist, was ist Ihr ganz persönlicher Rat an deutsche Anleger, wie sie ihr Geld vor der großen Schmelze retten können?

Zurzeit ist guter Rat teuer, wenn nicht sogar unmöglich. Geldpolitik schafft für Privatanleger ein so genanntes systemisches Risiko, d.h. ein Risiko, das jeden trifft, gegen das man sich individuell nicht absichern kann. Solange der EZB und andere Zentralbanken die Geld- und Finanzmärkte weiter fluten, nimmt dieses systemische Risiko zu. Ob man in Sachwerte flüchtet, sein Geld in anderen Ländern anlegt oder riskantere Anlagen wählt, das Ergebnis ist ähnlich: man nimmt höhere Risiken oder eine sehr niedrige Rendite in Kauf. Einem systemischen Risiko kann man kein Schnippchen schlagen. Das einzige, was man machen kann, ist darauf achten, welches Investment zu den persönlichen Umständen passt.

 

Herr Beck, Sie sind nun bereits zum zweiten Mal mit dem Deutschen Finanzbuchpreis ausgezeichnet worden. Ihre Bücher sind bei Anlegern sehr gefragt. Dürfen die Leser in den kommenden Jahren mit einem weiteren Finanzbuch von Ihnen und Herrn Prinz rechnen?

Das Schöne an unserem Job ist, dass uns die spannenden Themen nicht ausgehen. Wenn wir die Notwendigkeit und das Bedürfnis der Leser für ein weiteres Buch sehen, können wir uns das gut vorstellen. Auch die Rückmeldungen vieler Leser und nicht zuletzt der Finanzbuchpreis sind ein schöner Ansporn, für den wir beide sehr dankbar sind.

Citi

Börse Frankfurt